So liebe Leute heute ist endlich mal der Abend gekommen an dem ich vielleicht hoffentlich endlichmal meinen Blogeintrag hochladen kann. Ich bin jetz ja schon fast einen Monat hier und da kommt einiges zum erzählen zsamm.
Fangen wir mal ganz von vorne an…
…es begab sich zu der Zeit, da ich eines düsteren nebligen morgens mich aufmachte in das ferne Land Namens Saudi Arabien. Nach langen Flugstunden und vielen Verspätungen wegen schlechtem Wetter erreichte ich die Hauptstadt Saudi Arabiens, das wunderschöne Riyadh. Bereits beim Auschecken wurde mir bewusst, dass diese Art von Kultur keine neue für mich ist. So war es bereits zu erwarten, dass man beim fleissig umherirrenden Flughafenpersonal keine beteiligten Saudis sondern Nationalitäten aller erdenklich orientalischen Art finden würde – im großen und ganzen läuft das hier genauso wie im Oman und vom Bevölkerungsanteil sind hier wahrscheinlich mehr Inder als in Indien beschäftigt. So gesehn ist Saudi Arabien eine Kreuzung aus Indien und dem Oman nur mit mehr Religion und noch weniger Alkohol – über den gemeinen Saudi werde ich wohl ein ander mal schreiben, der verdient wohl ein eigenes Kapitel…
Bereits am ersten Morgen nach meiner Ankunft erwartete mich die erste Überraschung – sofort wurde ich im wahrsten Sinne des Wortes von meinem Chef in die Wüste geschickt, und zwar in die 1000km weiter südlich gelegene Rub’ al Khali – nebenbei die grösste Wüste auf unserem Planeten. Eigentlich war es keinesfalls vorgesehn, dass ich gleich am ersten Tag für eine Woche in der Wüste arbeiten soll, aber der zuständige Praktikant wurde leider beim Streichelversuch einer Wüstenrennmaus von selbiger in den Finger gebissen und hatte wohl etwas Tollwut-Panik. Aber besser hättes es für mich gar nicht laufen können um schnell mit diesem Land warm zu werden.
1000km weiter südlich in dem unscheinbaren Najran, 30km nördlich der jemenitischen Grenze fanden wir uns also in einem 3er-Team wieder – untergebracht in einem traumhaften Oberklasse-Hotel um täglich in die Wüste aufzubrechen und Grundwasserbohrungen zu überwachen.
Neben drei eher Landschaftlich beeindruckenden Tagen stand ein 24-Stunden Pumptest auf dem Programm. Für alle nicht Hydrogeologen: 24h lang Wasser aus 300m Tiefe in die Wüste pumpen um gewisse Parameter etc zu überprüfen, und das in Messungen alle 20min. Es stand also eine Übernachtung mitten in der Wüste unter freiem Himmel an und das ganze auch noch ohne Schlaf, dafür aber traumhafte Sonnenaufunterundwasweisichgänge, und das ganze mit dem Mond dann nochmal…und die Sterne einfach der Hammer.
Wenn man aber 24h ohne Beschäftigung ausser alle 20min was ablesen,umrechnen und aufschreiben in der Wüste verbringt kann es allerdings doch relativ langweilig werden, besonders Nachts was dann das wachbleiben ziemlich hart macht. Aus langeweile Rinnen in den Boden laufen wie Dagobert Duck das immer gemacht hat wenn er im Stress war geht in der Wüste übrigens wirklich ^^
Die Wüste hat mich zum Abschluss unserer Messung dann noch gebührend empfangen indem Sie mir den Boden unter den Füßen wegzog…nach 24h haben wir ca. 4,4Mio Liter Wasser in die Wüste gepumpt…entstanden ist ein kleiner See der so langsam in den Boden gesickert ist und das hat dann dazu geführt dass um das Bohrloch unter meinen Füßen ein Tiefes Loch eingebrochen ist – konnte zum Glück noch wegspringen das wär wohl unangenehm geworden. Aber mein Feldbuch und der Taschenrechner hat das Wüstenloch gefressen die Sau!
Ihr könnt euch das ganze ja mal hier in den Bildern anschaun – sind auch ein paar andere Bilder dabei von unserem Compound in dem wir wohnen etc.
Als sich die Woche in der Wüste so langsam dem Ende näherte waren wir ganz froh wieder gen Norden nach Riyadh zu fahren, denn an der Grenze zum Jemen hats gewaltig gekracht mit irgendwelchen jemenitischen Stämmen die nach Saudi eindringen wollten…das ganze hat dann zu einer Woche Kleinkrieg in der Region geführt mit Luftangriffen und allem drum und dran…da waren wir ganz froh uns wieder aus der Gegend zu verabschieden.
Die letzten zwei Wochen habe ich dann hier in Riyadh im Office verbracht mit Literaturdurchwälzen und ein paar Geländetagen in der Wüste für meine Diplomarbeit. Bürotage dauern hier recht lang…immer von morgens 8 bis abends halb 7…und dann muss man da erstmal hin/zurück durch die Unmengen an Autos die hier völlig verrückt durch die Strassen rasen. Wenn man dann endlich abends wieder an seiner Villa im Compound ankommt – nach Sicherheitscheck wegen Autobomben uns sowas vom Militär das unseren Compound umringt – vergeht die Zeit dann doch recht schnell. Mal eben relaxen, was essen dann das riesige Angebot an sportlichen Aktivitäten nutzen (Fussball,Tennis,Squash,Fitnessräume,Massagen,Sauna,Pool, etc…is hier alles vorhanden xD) und dann zügig wieder ins Bett denn der nächste Tag kommt doch immer recht schnell. Machmal bin ich da ganz froh dass ich keine wirkliche Möglichkeit habe mir einen Kater zu verschaffen.
Ja wie gesagt wohnen tun wir hier in so kleinen Villas, für die die im Oman dabei waren die sind ungefähr so wie die vom Olli nur mit einem Stockwerk weniger – wir ham sogar einen Putzmann und quasi Katzen. Die letzten Tage bin ich in den Masterroom unserer Villa umgezogen da mein Prof in ne andere Villa is um mehr Ruhe vor jungen Leuten zu haben – hab jetzt ein Zimmer das fast so gross is wie Chrissls Wohnzimmer, dazu noch ein riesiges Doppelbett und eigenes Bad. Luxus pur der mich grad total überfordert…der Einbauschrank is so groß wie mein Zimmer in Erlangen…
Auch der motorisierte Untersatz kann sich hier sehen lassen, wir fahren ziemlich noble gute Landcruiser die einfach unkaputtbar sind und 320Ps…damit kann man schon was anfangen. Dafür verbrauchen die aber bei spaßiger Fahrweise fast 30l/100km…das wär inEuropa unbezahlbar…hier kostet der Liter nich mal 8 Cent
Eine weitere große Überraschung als ich hier ankam war dann die wirkliche Funktion meines Visums…da die EU den Saudis aufgrunde des Terrorzeuchs die Einreise die letzten Jahre erheblich erschwert hat haben sich die Saudis was überlegt wie man das in Kindergartenmanier den bösen ungläubigen Weisse zurückzahlen könnte…Was daraus resultiert ist ein Visum mit dem ich alle 28 Tage das Land verlassen muss und dann wieder einreisen kann. D.h. ich werde jetzt immer Ende des Monats ein anderes Land besuchen und da das anders nicht geht natürlich auch noch fliegen.
Nächste Woche is in Arabien dann grosse Feierei mit Mekkagedöhns und deswegen ist nächste Woche arbeitsfrei…ferien quasi. Also haben wir uns hier zu einer Truppe von 8 Mannen zusammengerauft und fliegen in wenigen Stunden für eine Kurz-Backpackingtour 9 Tage nach Äthiopien ^^
Das heisst endlich wieder mal ein Bier zischen…bestimmt auch ein zweites. Frauen werden wir dann auch mal wieder zu Gesicht bekommen, nur wie wir hier schon von Äthiopern gehört haben werden wir mit hoher Sicherheit mindestens 2mal da verheiratet xD
Wir haben uns auch ganz schwer vorgenommen uns so einen praktischen Teller in die Lippe und so weisste wie…
Jaja viel zu erleben und schwer zu arbeiten hier unten, deswegen geht jetzt erstmal Urlaub – mal sehn was das Land so zu bieten hat, gehört immerhin zu einem der ärmsten Länder der Welt. Die ersten zwei nächte werden wir im übrigen in Addis Abeba im Bierhotel verbringen…gehört nem deutschen der in Äthiopien Bier braut xD
So liebe Leute das war jetzt ein kurzer wirrer Beitrag zu meinen Erlebnissen die letzten drei Wochen, werde mich bemühen weiter interessante Blogs zu posten wenn ich wieder aus Afrika zurück bin.
Macht schön viele Fotos von der Henkeparty…will auch.
So dann sach ich erstmal Servus aus Saudi und Grüße nach Deutschland!
Boni
