Der Alltag eines Westlers in Saudi Arabien in fünf Schritten
1. Das Leben in einem Compound
Es ist früh am Morgen – viel zu früh und es ist immer zu früh! Der Wecker klingelt. Einmal – zweimal, nun ja um das hier nicht unnötig in die Länge zu ziehen…man stand letztenendes auf, brühte sich einen Kaffee und sprang unter die Dusche. (die Durchführung letzterer beider Schritte hing in ihrem ob und in ihrem wie natürlich von dem wann,also der gemeinen Weckerzyklizität ab führte also manchmal sogar zu einem wenn überhaupt)
Falls zeitlich noch möglich wird beim packen des Geländerucksacks noch neuster Nachrichtenklatsch aus der Heimat via Morgenmagazin des ZDF eingesammelt und dann gehts auch schon ab in die Wüste, ins Office oder zur Wohnung meines indischen Fahrers – der Rolle der Inder und Pakistanis im saudischen Arbeisroulette wird hoffentlich bei Zeiten noch ein eigener Blogeintrag gewidmet.
Für den folgenden Abschnitt verweise ich auf 2.
2. Verkehrsdschungel Riyadh
Eigentlich ist es das was ich mir immer gewünscht habe – ein großer, robuster schlichtweg unkaputtbarer Landcruiser der Marke Toyota mit dem Beinamen EFI lässt ein schnurrendes brummen seiner 250 PS Maschine ertönen wenn er unter meiner Regie Einzug in den saudischen Großstadtdschungel erhält.
Mit Schlaf in den Augen und verstaubter Sonnenbrille übersieht man hin und wieder einen der unzähligen Speedbraker, wird kräftig durchgerüttelt und verlässt schliesslich den Compound nachdem man sich durch etliche Sicherheitsbarrieren zurück in die saudische Welt geschlängelt hat.
Nun folgt ein Akt der für eine an deutsche Verkehrregeln gewohnte Person etwas Übung bedarf – das absolute Überbordwerfen aller erlernten Regelungen, völlige Konzentration und die Beachtung des Rechts des Stärkeren. Was ein Glück dass ich mit meinem Gefährt zur stärkeren Abteilung zähle!
Fast jede zweite Strasse in Saudi würde man bei uns wohl als Autobahn zählen – zumindest von der befahrenen Geschwindigkeit – aber immerhin wird die Regel ein halbes Tacho Abstand ernst genommen, nur eben in Zentimetern. Überholt wird rechts wie links, links wie rechts – wenn der Vordermann bremst kommt erst der Griff zum Warnblinker bevor an die eigene Geschwindigkeitsreduzierung gedacht wird – man beachte dass die Fahrzeuglenker durch die Bank sowieso keinerlei Reaktionsvermögen mitbringen. Desweiteren rasen die Saudis wie die Henker was natürlich in einem übermäßigen Gebrauch von Hupe und Lichthupe resultiert.
Auch vom Gebrauch der mittleren Spuren ist aufgrund der unerwarteten Überholmaneuver strikt abzuraten.
Das ganze Gemisch vermengt mit Ablenkung durch telefonieren und alle 5 Sekunden Turbanrichten führt bei mir zu einer Dauerbenutzung der linken Spur mit linker Hand an der Lichthupe, rechter Hand über der Hupe und dem Fuß auf dem Gaspedal – denn besonders hier gilt: Wer bremst verliert. Anpassen ist doch wohl das beste – man schwimmt doch lieber mit als gegen dem Strom. In weiteren Einzelheiten wie das Hereintasten in eine rot signalisierte Kreuzung, Rückwärtsfahren und Parken auf einer mit 120 Sachen befahrenen strasse sowie Abkürzungen über zu hohe Begrenzungssteine die natürlich zum Aufsetzen führen, möchte ich mich nicht weiter verlieren.
Ein sehr interessanter Aspekt ist natürlich dann noch, dass man sich in einem Land befindet in dem es schlichtweg unmöglich ist sich per pedes vortzubewegen – für mich selbst ist es momentan nicht unüblich wenn ich erstmal 200km durch die öde Landschaft kutsche bis ich endlich mein Arbeitsgebiet erreiche. Wenn man dabei bedenkt dass der Geländewagen fast 25 Liter auf 100km verbraucht…naja aber immerhin kann man hier für 5€ fast 80 Liter tanken.
Abschliessend fällt mir da noch ein, im Falle auch nur leichtester Regenfälle ist äusserte Vorsicht geboten – denn die führen zu Massencrashs mit spektakulärsten Unfällen.
Alles in allem gings wohl für die meisten Verkehrsteilnehmer einfach zu schnell von der 1 PS Bedu-Maschine in die 200 PS Luxuskarre und man ist schlichtweg überfordert.
Auch wenn sich das jetzt nicht so angehört haben sollte – mir macht das durch den Verkehr cruisen hier mächtig Spaß, besonders im Gelände!
So jetzt ist es passiert – sitz hier grade im HardRock-Cafe von Kairo und merke dass ich einfach gar nichts mehr vertrage – das heißt erstmal so viel wie…
… to be continued…
Höh? Die tanzen grad Salsa in nem HardRock Café…Warum?
So dann mal allen später ein frohes und gesundes Neues 2010, liebe Grüße nach Deutschland und ich geh jetz mal nach ein paar feiersüchtigen Ägyptern suchen die mit mir die Pyramiden unsicher machen – das neue Jahr kann kommen
(Due to some technical problems in arabic countrys, this report was postet twelve days after its drawing up – inshallah many pictures will follow soon - man bittet im Übrigen für etwaige Unstimmigkeiten,Wiederholungen aus älteren Blogeinträgen oder Rechtschreibfehler aus Gründen die möglicherweise (möglicherweise!!!) umtrunkenen Ursprungs sein könnten zu etschuldigen. Die Redaktion nimmt Abstand vom Autor. With kind regards, Someone Else)






















