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Saudi Wars – Episode II…oder auch “Durchkämmt die Wüste!”

12. Januar 2010

Der Alltag eines Westlers in Saudi Arabien in fünf Schritten

1. Das Leben in einem Compound

Es ist früh am Morgen – viel zu früh und es ist immer zu früh! Der Wecker klingelt. Einmal – zweimal, nun ja um das hier nicht unnötig in die Länge zu ziehen…man stand letztenendes auf, brühte sich einen Kaffee und sprang unter die Dusche. (die Durchführung letzterer beider Schritte hing in ihrem ob und in ihrem wie natürlich von dem wann,also der gemeinen Weckerzyklizität ab führte also manchmal sogar zu einem wenn überhaupt)

Falls zeitlich noch möglich wird beim packen des Geländerucksacks noch neuster Nachrichtenklatsch aus der Heimat via Morgenmagazin des ZDF eingesammelt und dann gehts auch schon ab in die Wüste, ins Office oder zur Wohnung meines indischen Fahrers – der Rolle der Inder und Pakistanis  im saudischen Arbeisroulette wird hoffentlich bei Zeiten noch ein eigener Blogeintrag gewidmet.

Für den folgenden Abschnitt verweise ich auf 2.

2. Verkehrsdschungel Riyadh

Eigentlich ist es das was ich mir immer gewünscht habe – ein großer, robuster schlichtweg unkaputtbarer Landcruiser der Marke Toyota mit dem Beinamen EFI lässt ein schnurrendes brummen seiner 250 PS Maschine ertönen wenn er unter meiner Regie Einzug in den saudischen Großstadtdschungel erhält.

Mit Schlaf in den Augen und verstaubter Sonnenbrille übersieht man hin und wieder einen der unzähligen Speedbraker, wird kräftig durchgerüttelt und verlässt schliesslich den Compound nachdem man sich durch etliche Sicherheitsbarrieren zurück in die saudische Welt geschlängelt hat.

Nun folgt ein Akt der für eine an deutsche Verkehrregeln gewohnte Person etwas Übung bedarf – das absolute Überbordwerfen aller erlernten Regelungen, völlige Konzentration und die Beachtung des Rechts des Stärkeren. Was ein Glück dass ich mit meinem Gefährt zur stärkeren Abteilung zähle!

Fast jede zweite Strasse in Saudi würde man bei uns wohl als Autobahn zählen – zumindest von der befahrenen Geschwindigkeit – aber immerhin wird die Regel ein halbes Tacho Abstand ernst genommen, nur eben in Zentimetern. Überholt wird rechts wie links, links wie rechts – wenn der Vordermann bremst kommt erst der Griff zum Warnblinker bevor an die eigene Geschwindigkeitsreduzierung gedacht wird – man beachte dass die Fahrzeuglenker durch die Bank sowieso keinerlei Reaktionsvermögen mitbringen. Desweiteren rasen die Saudis wie die Henker was natürlich in einem übermäßigen Gebrauch von Hupe und Lichthupe resultiert.

Auch vom Gebrauch der mittleren Spuren ist aufgrund der unerwarteten Überholmaneuver strikt abzuraten.

Das ganze Gemisch vermengt mit Ablenkung durch telefonieren und alle 5 Sekunden Turbanrichten führt bei mir zu einer Dauerbenutzung der linken Spur mit linker Hand an der Lichthupe, rechter Hand über der Hupe und dem Fuß auf dem Gaspedal – denn besonders hier gilt: Wer bremst verliert. Anpassen ist doch wohl das beste – man schwimmt doch lieber mit als gegen dem Strom. In weiteren Einzelheiten wie das Hereintasten in eine rot signalisierte Kreuzung, Rückwärtsfahren und Parken auf einer mit 120 Sachen befahrenen strasse sowie Abkürzungen über zu hohe Begrenzungssteine die natürlich zum Aufsetzen führen, möchte ich mich nicht weiter verlieren.

Ein sehr interessanter Aspekt ist natürlich dann noch, dass man sich in einem Land befindet in dem es schlichtweg unmöglich ist sich per pedes vortzubewegen – für mich selbst ist es momentan nicht unüblich wenn ich erstmal 200km durch die öde Landschaft kutsche bis ich endlich mein Arbeitsgebiet erreiche. Wenn man dabei bedenkt dass der Geländewagen fast 25 Liter auf 100km verbraucht…naja aber immerhin kann man hier für 5€ fast 80 Liter tanken.

Abschliessend fällt mir da noch ein, im Falle auch nur leichtester Regenfälle ist äusserte Vorsicht geboten – denn die führen zu Massencrashs mit spektakulärsten Unfällen.

Alles in allem gings wohl für die meisten Verkehrsteilnehmer einfach zu schnell von der 1 PS Bedu-Maschine  in die 200 PS Luxuskarre und man ist schlichtweg überfordert.

Auch wenn sich das jetzt nicht so angehört haben sollte – mir macht das durch den Verkehr cruisen hier mächtig Spaß, besonders im Gelände!

So jetzt ist es passiert – sitz hier grade im HardRock-Cafe von Kairo und merke dass ich einfach gar nichts mehr vertrage – das heißt erstmal so viel wie…

… to be continued…

Höh? Die tanzen grad Salsa in nem HardRock Café…Warum?

So dann mal allen später ein frohes und gesundes Neues 2010, liebe Grüße nach Deutschland und ich geh jetz mal nach ein paar feiersüchtigen Ägyptern suchen die mit mir die Pyramiden unsicher machen – das neue Jahr kann kommen :D

(Due to some technical problems in arabic countrys, this report was postet twelve days after its drawing up – inshallah many pictures will follow soon -  man bittet im Übrigen für etwaige Unstimmigkeiten,Wiederholungen aus älteren Blogeinträgen oder Rechtschreibfehler aus Gründen die möglicherweise (möglicherweise!!!) umtrunkenen Ursprungs sein könnten zu etschuldigen. Die Redaktion nimmt Abstand vom Autor. With kind regards, Someone Else)

h1

Saudi Arabien – Episode I : Krieg der Ferne

24. November 2009

So liebe Leute heute ist endlich mal der Abend gekommen an dem ich vielleicht hoffentlich endlichmal meinen Blogeintrag hochladen kann. Ich bin jetz ja schon fast einen Monat hier und da kommt einiges zum erzählen zsamm.

Fangen wir mal ganz von vorne an…

…es begab sich zu der Zeit, da ich eines düsteren nebligen morgens mich aufmachte in das ferne Land Namens Saudi Arabien. Nach langen Flugstunden und vielen Verspätungen wegen schlechtem Wetter erreichte ich die Hauptstadt Saudi Arabiens, das wunderschöne Riyadh. Bereits beim Auschecken wurde mir bewusst, dass diese Art von Kultur keine neue für mich ist. So war es bereits zu erwarten, dass man beim fleissig umherirrenden Flughafenpersonal keine beteiligten Saudis sondern Nationalitäten aller erdenklich orientalischen Art finden würde – im großen und ganzen läuft das hier genauso wie im Oman und vom Bevölkerungsanteil sind hier wahrscheinlich mehr Inder als in Indien beschäftigt. So gesehn ist Saudi Arabien eine Kreuzung aus Indien und dem Oman nur mit mehr Religion und noch weniger Alkohol – über den gemeinen Saudi werde ich wohl ein ander mal schreiben, der verdient wohl ein eigenes Kapitel…

Bereits am ersten Morgen nach meiner Ankunft erwartete mich die erste Überraschung – sofort wurde ich im wahrsten Sinne des Wortes von meinem Chef  in die Wüste geschickt, und zwar in die 1000km weiter südlich gelegene Rub’ al Khali – nebenbei die grösste Wüste auf unserem Planeten. Eigentlich war es keinesfalls vorgesehn, dass ich gleich am ersten Tag für eine Woche in der Wüste arbeiten soll, aber der zuständige Praktikant wurde leider beim Streichelversuch einer Wüstenrennmaus von selbiger in den Finger gebissen und hatte wohl etwas Tollwut-Panik. Aber besser hättes es für mich gar nicht laufen können um schnell mit diesem Land warm zu werden.

1000km weiter südlich in dem unscheinbaren Najran, 30km nördlich der jemenitischen Grenze fanden wir uns also in einem 3er-Team wieder – untergebracht in einem traumhaften Oberklasse-Hotel um täglich in die Wüste aufzubrechen und Grundwasserbohrungen zu überwachen.

Neben drei eher Landschaftlich beeindruckenden Tagen stand ein 24-Stunden Pumptest auf dem Programm. Für alle nicht Hydrogeologen: 24h lang Wasser aus 300m Tiefe in die Wüste pumpen um gewisse Parameter etc zu überprüfen, und das in Messungen alle 20min. Es stand also eine Übernachtung mitten in der Wüste unter freiem Himmel an und das ganze auch noch ohne Schlaf, dafür aber traumhafte Sonnenaufunterundwasweisichgänge, und das ganze mit dem Mond dann nochmal…und die Sterne einfach der Hammer.

Wenn man aber 24h ohne Beschäftigung ausser alle 20min was ablesen,umrechnen und aufschreiben in der Wüste verbringt kann es allerdings doch relativ langweilig werden, besonders Nachts was dann das wachbleiben ziemlich hart macht. Aus langeweile Rinnen in den Boden laufen wie Dagobert Duck das immer gemacht hat wenn er im Stress war geht in der Wüste übrigens wirklich ^^

Die Wüste hat mich zum Abschluss unserer Messung dann noch gebührend empfangen indem Sie mir den Boden unter den Füßen wegzog…nach 24h haben wir ca. 4,4Mio Liter Wasser in die Wüste gepumpt…entstanden ist ein kleiner See der so langsam in den Boden gesickert ist und das hat dann dazu geführt dass um das Bohrloch unter meinen Füßen ein Tiefes Loch eingebrochen ist – konnte zum Glück noch wegspringen das wär wohl unangenehm geworden. Aber mein Feldbuch und der Taschenrechner hat das Wüstenloch gefressen die Sau!

Ihr könnt euch das ganze ja mal hier in den Bildern anschaun – sind auch ein paar andere Bilder dabei von unserem Compound in dem wir wohnen etc.

Als sich die Woche in der Wüste so langsam dem Ende näherte waren wir ganz froh wieder gen Norden nach Riyadh zu fahren, denn an der Grenze zum Jemen hats gewaltig gekracht mit irgendwelchen jemenitischen Stämmen die nach Saudi eindringen wollten…das ganze hat dann zu einer Woche Kleinkrieg in der Region geführt mit Luftangriffen und allem drum und dran…da waren wir ganz froh uns wieder aus der Gegend zu verabschieden.

Die letzten zwei Wochen habe ich dann hier in Riyadh im Office verbracht mit Literaturdurchwälzen und ein paar Geländetagen in der Wüste für meine Diplomarbeit. Bürotage dauern hier recht lang…immer von morgens 8 bis abends halb 7…und dann muss man da erstmal hin/zurück durch die Unmengen an Autos die hier völlig verrückt durch die Strassen rasen. Wenn man dann endlich abends wieder an seiner Villa im Compound ankommt – nach Sicherheitscheck wegen Autobomben uns sowas vom Militär das unseren Compound umringt – vergeht die Zeit dann doch recht schnell. Mal eben relaxen, was essen dann das riesige Angebot an sportlichen Aktivitäten nutzen (Fussball,Tennis,Squash,Fitnessräume,Massagen,Sauna,Pool, etc…is hier alles vorhanden xD) und dann zügig wieder ins Bett denn der nächste Tag kommt doch immer recht schnell. Machmal bin ich da ganz froh dass ich keine wirkliche Möglichkeit habe mir einen Kater zu verschaffen.

Ja wie gesagt wohnen tun wir hier in so kleinen Villas, für die die im Oman dabei waren die sind ungefähr so wie die vom Olli nur mit einem Stockwerk weniger – wir ham sogar einen Putzmann und quasi Katzen. Die letzten Tage bin ich in den Masterroom unserer Villa umgezogen da mein Prof in ne andere Villa is um mehr Ruhe vor jungen Leuten zu haben – hab jetzt ein Zimmer das fast so gross is wie Chrissls Wohnzimmer, dazu noch ein riesiges Doppelbett und eigenes Bad. Luxus pur der mich grad total überfordert…der Einbauschrank is so groß wie mein Zimmer in Erlangen…

Auch der motorisierte Untersatz kann sich hier sehen lassen, wir fahren ziemlich noble gute Landcruiser die einfach unkaputtbar sind und 320Ps…damit kann man schon was anfangen. Dafür verbrauchen die aber bei spaßiger Fahrweise fast 30l/100km…das wär inEuropa unbezahlbar…hier kostet der Liter nich mal 8 Cent

Eine weitere große Überraschung als ich hier ankam war dann die wirkliche Funktion meines Visums…da die EU den Saudis aufgrunde des Terrorzeuchs die Einreise die letzten Jahre erheblich erschwert hat haben sich die Saudis was überlegt wie man das in Kindergartenmanier den bösen ungläubigen Weisse zurückzahlen könnte…Was daraus resultiert ist ein Visum mit dem ich alle 28 Tage das Land verlassen muss und dann wieder einreisen kann. D.h. ich werde jetzt immer Ende des Monats ein anderes Land besuchen und da das anders nicht geht natürlich auch noch fliegen.

Nächste Woche is in Arabien dann grosse Feierei mit Mekkagedöhns und deswegen ist nächste Woche arbeitsfrei…ferien quasi. Also haben wir uns hier zu einer Truppe von 8 Mannen zusammengerauft und fliegen in wenigen Stunden für eine Kurz-Backpackingtour 9 Tage nach Äthiopien ^^

Das heisst endlich wieder mal ein Bier zischen…bestimmt auch ein zweites. Frauen werden wir dann auch mal wieder zu Gesicht bekommen, nur wie wir hier schon von Äthiopern gehört haben werden wir mit hoher Sicherheit mindestens 2mal da verheiratet xD

Wir haben uns auch ganz schwer vorgenommen uns so einen praktischen Teller in die Lippe und so weisste wie…

Jaja viel zu erleben und schwer zu arbeiten hier unten, deswegen geht jetzt erstmal Urlaub – mal sehn was das Land so zu bieten hat, gehört immerhin zu einem der ärmsten Länder der Welt. Die ersten zwei nächte werden wir im übrigen in Addis Abeba im Bierhotel verbringen…gehört nem deutschen der in Äthiopien Bier braut xD

So liebe Leute das war jetzt ein kurzer wirrer Beitrag zu meinen Erlebnissen die letzten drei Wochen, werde mich bemühen weiter interessante Blogs zu posten wenn ich wieder aus Afrika zurück bin.

Macht schön viele Fotos von der Henkeparty…will auch.

So dann sach ich erstmal Servus aus Saudi und Grüße nach Deutschland!

Boni

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